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Herr S

Dr. Werner Mölders hat Begebenheiten aus seinen Sprechstunden festgehalten. Selbstverständlich hat er zum Schutz der Klienten identifizierbare und personenbezogene Merkmale weggelassen oder verändert. Davon bleiben der Kern und die Authentizität der Geschichten aber unberührt!

 

Herr S, Jahrgang 1960, polnischer Staatsbürger, hatte uns innerhalb von 18 Monaten etliche Male wegen unspezifische Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates aufgesucht. Die Erhebung einer genauen Anamnese und des jeweiligen Beschwerdebildes gestaltete sich wegen enormer Sprachprobleme ausgesprochen schwierig. Vor diesem Hintergrund bestand die Therapie überwiegend aus der Mitgabe von Schmerzmitteln, die bei solchen Beschwerden typischerweise gut wirken.


Mitte Dezember 2020 stellte er sich in Begleitung von Herrn O, eines Freundes, mit einem Krankenhausentlassungsbericht vor. Er war dort, ohne Krankenversicherung, fast drei Wochen lang diagnostiziert und behandelt worden. Die Diagnose lautete „Multiple Skelettmetastasen bei Prostata- Karzinom“. Aus dem Bericht ging hervor, dass Herr S. sich in einer weit fortgeschrittenen Phase dieser Erkrankung befindet und dass keine spezifische, den Verlauf dieser Erkrankung verzögernde oder gar zum Stillstand führende Therapie mehr möglich war. Zu diesem Zeitpunkt lebte Herr K. tatsächlich noch auf der Straße.


Weitgehend der Initiative meines Kollegen ist es zu verdanken, dass

 

Herr K die Möglichkeit erhalten hat, zusammen mit seinem Freund in einen „Container“ zu ziehen das Palliativnetzwerk Bochum sich bereit erklärt hat, die Versorgung mit BTM Medikamenten (stärksten Schmerzmitteln) zu gewährleisten Herr K. Hilfsmittel (Korsett, Rollstuhl, Sitzgelegenheit für die Dusche) auf Kosten unseres Vereins erhalten hat er für die absehbare Endphase seines Lebens die Zusage erhalten hat, dann in das Hospiz in Witten ziehen zu können.

 

Mein Kollege machte dort regelmäßig Hausbesuche. Die anderen Medikamente, die Herr S benötigte, wurden ihm auf Kosten des Vereins zur Verfügung gestellt.


Erstmalig ist es durch die Kooperation vieler Stellen (mein Kollege als Vertreter des Vereins, die Sozialarbeiterin der Diakonie, das Palliativnetzwerk Bochum, Herr O. als „Betreuer“) gelungen, das absehbare Lebensende eines Obdachlosen mit weitgehender Schmerzfreiheit und vor allem würdevoll zu gestalten.


Herr S ist nach siebenmonatigem! Aufenthalt im Hospiz am 23. März 2022 verstorben. Unser Verein hat die Kosten der Beerdigung übernommen.

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